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Miteinander leben – Ehrenamt verbindet

vom 13.11.2017
von LRA

Kooperation zwischen Lernen vor Ort und Ehrensache

Milena Jovanovic ist Serbin und lebt mit Mann und zwei Kindern seit drei Jahren in Deutschland. Elternabende sind für sie eine Herausforderung. Sie tut sich schwer, das komplexe Schulsystem in Bayern zu verstehen. Hier setzen die Integrationslosten an. Sie unterstützen ihre Landsleute – sie dolmetschen, erklären und bauen somit Brücken. „Kommunikation ist ein wesentliches Element. Sind die Eltern entsprechend über das Schulsystem informiert, profitieren auch die Kinder“, so Jelena Djakovic, Koordinatorin der Integrationslosten bei der Stabstelle Lernen vor Ort. „Die Integrationslotsen haben mich am Anfang sehr ermutigt, mit den Lehrern ein Gespräch zu suchen. Ich war oft unsicher, welche schulischen Möglichkeiten und Bildungswege meine Kinder haben, da das Schulsystem anders ist als in meinem Heimatland. Am Anfang stand auch die sprachliche Barriere im Weg“, erzählt Milena Jovanovic.

Um die Kommunikation und den Austausch mit den Eltern zu verbessern, wird nach dem großen Erfolg der Premiere zum Schuljahresende in Mühldorf, im November ein weiterer Integrationselternabend in Waldkraiburg angeboten. Der Elternabend wird unter dem Motto „Für ein besseres Miteinander“ vom Staatlichen Schulamt, dem Gesundheitsamt sowie von der Stabstelle Lernen vor Ort organisiert und findet am Donnerstag, 16. November um 18 Uhr in der Mittelschule an der Dieselstraße in Waldkraiburg statt. Er richtet sich an Eltern mit Migrationshintergrund.

Übersetzt von den Integrationslotsen bekommen sie am Elternabend in den jeweiligen Landessprachen wertvolle Informationen über die Themen Erziehung und Bildung in Deutschland, Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen, Kinderschutz sowie Aufsichtspflicht der Eltern.

Ein derartiges Angebot ist nur möglich, weil es die Integrationslotsen gibt, die ehrenamtlich Lehrer und Erziehern unterstützen, indem sie Eltern aus dem gesamten europäischen Raum, aber auch Eltern von Asylbewerbern quasi als Vermittler zur Seite stehen. Die Gruppe der Lotsen besteht aus aktuell 47 Personen und deckt 30 Sprachen ab.

Die Freiwilligenagentur Ehrensache mit seinem Geschäftsführer Alfons Wastlhuber arbeitet beim Integrationslotsen-Projekt eng mit Lernen vor Ort am Landratsamt zusammen. So fördert Ehrensache im Rahmen des Projekts „Miteinander leben - Ehrenamt verbindet“ in Kofinanzierung die Aus- und Fortbildungen für die ehrenamtlichen Lotsen, die in regelmäßigen Abständen zu verschiedenen Themen stattfinden.

Der Verein Ehrensache, die Freiwilligenagentur im Landkreis Mühldorf e.V., ist seit Februar 2016 an dem Projekt „Miteinander leben – Ehrenamt verbindet“ beteiligt. Projektziel ist es, Menschen mit Migrationshintergrund für ein Ehrenamt zu begeistern und sie zu gewinnen, soziale Verantwortung zu übernehmen und damit zu einer gelingenden Integration beizutragen. Das Projekt wird vom Bayerischen Sozialministerium gefördert, von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (lagfa bayern e.V.) koordiniert und von der Hochschule München wissenschaftlich begleitet. Die Ehrensache e.V. im Landkreis Mühldorf ist eine von 25 Freiwilligenagenturen in Bayern, die die Förderzusage für die zweite Runde, die noch bis Februar 2018 läuft, erhalten haben.

Darüber hinaus wurde im Rahmen des Projekts die Informationsbroschüre für ehrenamtlich Interessierte „Ehrenamt von Migranten für Migranten“ entwickelt, welche ehrenamtliche Betätigungsmöglichkeiten aufzeigt. Diese ist erhältlich bei der Freiwilligenagentur Ehrensache, Mühlenstraße 12, 84453 Mühldorf und steht auf der Webseite des Ehrensache zum Download bereit: http://ehrensache-mue.de/wp-content/uploads/2017/03/Informationen-für-Ehrenamtliche-mit-Migrationshintergrund-19102016-1.docx

Bildunterschrift: Sie arbeiten bei den Integrationslotsen Hand in Hand: Jelena Djakovic von Lernen vor Ort und Alfons Wastlhuber, der Geschäftsführer der Freiwilligenagentur Ehrensache e.V.



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