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Auftaktveranstaltung der Gesundheitsregionplus des Landkreises Mühldorf

vom 28.11.2017
von LRA

Akteure kommen erstmals zum Gesundheitsforum zusammen

Wann bekomme ich einen Termin beim Hausarzt? Wie finde ich eine Hebamme? Wo kann ich in meiner Gemeinde etwas für meine Gesundheit tun? Wer kümmert sich um die Pflege von alten Menschen? Die Anzahl chronischer Erkrankungen steigt, auf dem Land ist mit über 60 Jahren bei etwa der Hälfte der Hausärzten der Altersdurchschnitt hoch, junge Medizinstudenten kehren nach der ärztlichen Zulassung nicht mehr aufs Land zurück: mit diesen und zahlreichen weiteren Herausforderungen sehen sich ländlich geprägte Landkreise konfrontiert. Es gilt, langfristige Lösungsmöglichkeiten zu finden, die gesundheitliche Versorgung auch in fünf Jahren und darüber hinaus noch flächendeckend sicherzustellen und diese erfolgreich zu implementieren.

Der Landkreis Mühldorf ist seit Juni dieses Jahres einer von 38 Landkreisen und kreisfreien Städten, die dazu die Gelegenheit bekommen, wie Landrat Georg Huber erklärt: „Wir sind sehr stolz, dass unser Landkreis zu den ‚Gesundheitsregionenplus‘ gehört. Es handelt sich um ein Konzept des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, das seit 2015 besteht und wodurch wir eine finanzielle Förderung erhalten. Wir konnten im Oktober die Geschäftsstelle der Gesundheitsregionplus besetzen, die sich jetzt um den gesamten Aufbau eines Gesundheitsnetzwerkes kümmert.“

Elena Hackenberg, studierte Managerin für angewandte Gesundheitswissenschaften, ist sich ihrer großen Aufgabe bewusst: „Unser oberstes Ziel ist es, die Gesundheit in der Bevölkerung zu verbessern, indem wir ein regionales Netzwerk zur Verbesserung der medizinischen Versorgung und Prävention im Landkreis aufbauen.“ Die inhaltlichen Schwerpunkte sind vor allem die Optimierung der Gesundheitsversorgung im Landkreis sowie die Vernetzung im Bereich Präventions- und Versorgungsangebot zwischen den Akteuren; diese sind Vorsitzende und Vertreter der ambulanten und stationären Versorgung,insbesondere auch im Bereich der Pflege, der Sozialversicherungsträger, von Arbeitsgemeinschaften, der Zahnärzte-, Apotheker- und Psychotherapeutenkammer, von Schulen (Hochschule Rosenheim, Berufliches Schulzentrum Mühldorf), aber auch aus der Kommunalpolitik und dem Gesundheitsamt. Vorsitzender des Gesundheitsforums ist Landrat Georg Huber.

„Unsere Ziele sollen dadurch erreicht werden, indem wir Lösungen entwickeln, die sich ganz an den Bedarfen des Landkreises orientieren“, erklärt Huber. „Vorhandene Angebote im Landkreis werden langfristig besser auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger abgestimmt.“

Mitte November kamen nun anlässlich der Auftaktveranstaltung der Gesundheitsregionplus, dem so genannten Gesundheitsforum, alle Akteure im Landkreis Mühldorf zu einer ersten Sitzung zusammen. Das Gesundheitsforum ist das zentrale (Leitungs- und Steuerungs)gremium der Gesundheitsregionplus und identifiziert Bedarfe in der Gesundheitsversorgung und –vorsorge im Landkreis.

Dabei werden gemeinsam Strategien zur Verbesserung entwickelt. „Das Gesundheitsforum versteht sich als Plattform, auf der sich alle Akteure gemeinsam austauschen, informieren und vernetzen können“, so Elena Hackenberg. Mit der ersten Sitzung ist sie zufrieden: „Wir haben die grundsätzlichen Erwartungen an die Gesundheitsregionplus geklärt und erste Ziele abgesteckt.“ Besonders freut sie die sehr große Bereitschaft unter den Teilnehmern, im Gesundheitsforum mitzuwirken und aktuelle Herausforderungen gemeinsam anzugehen: „Es kann ein großes Interesse der Teilnehmer an fachübergreifender Zusammenarbeit verzeichnet werden. Das ist eine sehr gute Basis, um gemeinsam alle relevanten Themen anzugehen, die im Netzwerk einfacher zu bearbeiten sind als einzeln.“ Auch Dr. Wolfgang Richter, Ärztlicher Direktor und stellvertretender Geschäftsführer der Kliniken Kreis Mühldorf a. Inn, ist positiv: „Das erste Gesundheitsforum als Gründungsveranstaltung unserer Gesundheitsregion hat gezeigt, dass es eine Vielzahl von motivierten Akteuren gibt, die sich an diesem großen Projekt beteiligen werden. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihnen und unser Geschäftsstellenleiterin Elena Hackenberg.“

Stimmen zum Gesundheitsforum, Landrat Georg Huber:

Warum haben Sie sich dafür eingesetzt, dass der Landkreis Mühldorf Gesundheitsregionplus wird?

"Unser oberstes Ziel der Gesundheitsregionplus war und ist die Verbesserung der Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger im Landkreis. Gerade auch im Hinblick auf das Älterwerden unserer Hausärzte, die sich schwer damit tun, geeignete Nachfolger zu finden, möchten wir unseren Bürgerinnen und Bürgern natürlich trotzdem und gerade deswegen ermöglichen, ein möglichst langes und gesundes Leben hier im Landkreis führen zu können. Die Gesundheitsversorgung muss auch hier im ländlich geprägten Landkreis Mühldorf – und nicht nur in den Großstädten – sehr gut und zu unserer vollsten Zufriedenheit sein."

Was erwarten Sie sich von der Gesundheitsregionplus für den Landkreis?

"Zunächst bin ich sehr stolz, dass wir mit Elena Hackenberg eine äußerst engagierte Gesundheitsmanagerin gefunden haben. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure im Gesundheitswesen aus dem Landkreis in einem gemeinsamen Netzwerk wesentlich fördern können, um die derzeitige gesundheitliche Versorgung und –vorsorge im Landkreis genau zu analysieren und anschließend gemeinsam passgenaue Maßnahmen entwickeln können, die sich genau an den Bedarfen des Landkreises orientieren. Damit optimieren wir die gesundheitliche Versorgung und auch –vorsorge."

Welche Aufgaben stehen für die Gesundheitsregionplus an?

"Gerade im Hinblick auf den bereits angesprochenen demografischen Wandel möchten wir eine ausreichende gesundheitliche Versorgung im Landkreis sicherstellen, die den Herausforderungen einer älter werdenden Bevölkerung begegnet. Außerdem möchten wir eine umfangreiche Gesundheitsvorsorge im Landkreis installieren, um unseren Bürgerinnen und Bürgern ein möglichst langes und gesundes Leben zu ermöglichen."



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